Soli für Solo-Selbständige

Wandelkonzerte im Freien

Das Projekt wurde unter dem unmittelbaren Eindruck der Corona-Pandemie entwickelt. Bestimmt von den äußeren Zwängen der Hygienevorschriften und aus der existentiellen Notlage der solo-selbständigen Künstler heraus entstand ein besonderes Konzertformat, das erstmals im Juli 2020 mit großer Publikumsresonanz durchgeführt wurde: Mit Wandelkonzerten im Freien spielen Bremer und Oldenburger Musiker*innen aus dem klangpol-Netzwerk an zwei aufeinander folgenden Tagen in Bremen und Oldenburg kurze Soli auf Freiflächen, in Gartenanlagen, Pavillons, auf Ruder- oder Tretbooten. Bewusst vorbeischauende Kultur-Interessierte stehen ebenso unvermittelt den alleine agierenden Musiker*innen gegenüber wie zufällig vorbeilaufende Spaziergänger oder Jogger. Das Publikum kann flanierend zwischen den Stationen wechseln. Was wann wer wo hört, ergibt sich aus dem Moment heraus. Jeder Zuhörende stellt wie nebenbei sein ganz persönliches Programm zusammen. 

 

In den kommenden Jahren werden die »Soli für Solo-Selbständige« – hoffentlich losgelöst von den äußeren Umständen ihrer Entstehungszeit – jeweils im Sommer stattfinden. Dabei wird das ursprüngliche Konzept bestehen bleiben, bestimmte Aspekte dessen nachwirken und neue Fragen aufwerfen. Mit Solo-Autritten im Freien haben sich die Künstler*innen kreative Freiräume innerhalb gesteckter Grenzen geschaffen. Sie spielen mit Abstand zum Publikum – gleichzeitig aber mit einer Nähe und Intimität, die in der konventionellen Konzertsituation eines Saals mit Bühne und Zuschauerraum selten möglich ist. Die konzentrierte Form der solistischen Aufführung in einer stillen Grünanlage, dessen wenige gedämpfte Umgebungsgeräusche sich mit der Musik vermischen, sorgt für minimale äußere Ablenkung. Das eigentliche „Musikhören“ rückt in den Vordergrund und wird zu einem besonderen und sehr persönlichen Erlebnis.